Ich wollte schon immer Ärztin werden

Die Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin vor dem Studium war eine gute Vorbereitung. Aufgewachsen in Heidelberg habe ich dort auch das Studium der Humanmedizin abgeschlossen. Meine Doktorarbeit über ein kardiologisches Thema habe ich an einem Institut der Uni Heidelberg gemacht, an dem ich bereits als MTA Erfahrungen sammeln konnte.

Als Studentin der übervölkerten Studienjahrgänge musste ich noch den Arzt im Praktikum (AIP) ableisten. Das brachte mich an die Universität Mainz und in den neurologischen Forschungsbereich von Prof. Wilfried A. Nix. 1991, die Approbation in der Tasche, begann ich meine Facharztausbildung am Krankenhaus Simmern, zunächst in der Anästhesie, wo ich unter anderem zur Notärztin ausgebildet wurde, 1992 wechselte ich in die Abteilung für Innere Medizin. Die Facharztprüfung für Innere Medizin absolvierte ich 1998. 

Schon mein Elternhaus hatte mich mit einem weiten Blick auf die Medizin ausgestattet: Mein Vater führte als Verleger einen großen Verlag für medizinische Fachliteratur aus der Naturheilkunde und gründete 1971 die Medizinische Woche in Baden-Baden, Europas größten Kongress für Komplementärmedizin. Das hat mich als Schülerin nicht nur mit den Niederungen des Dienstes auf unserem Messestand, sondern vor allem in Kontakt mit manueller Lymphdrainage und Musiktherapie gebracht, als Studentin und Ärztin dann mit Neuraltherapie und Akupunktur. 

Als ich 2001 als hausärztliche Internistin in der Gemeinschaftspraxis Messinger/Waxmann in Kirchberg den Platz des verstorbenen Kollegen Gerd Otte einnahm, brachte mich dieser Wechsel in die große Landarztpraxis meinem Ziel näher, als Ärztin mit fundierter schulmedizinischer Ausbildung und breitem naturheilkundlichen Wissen meine Patienten integrativ zu behandeln.

Neben der täglichen Praxis liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit inzwischen auf der Funktionellen Proteomik. Diese zunächst in Frankreich entwickelte Methode verbindet für mich auf hervorragende Weise die biochemischen Grundlagen der Schulmedizin mit den Erkenntnissen der Naturheilkunde und leitet mich heute bei all den Patienten, die mit chronischen Beschwerden zu mir kommen, zum Teil auch von weit her. Meine Erfolge und Erfahrungen in der funktionellen Proteomik bringe ich in viele Vorträge und Fortbildungsveranstaltungen für Kollegen und Therapeuten ein, seit 2005 auch als Präsidentin der Internationalen Ärztegesellschaft für funktionelle Proteomik (IÄfP) und seit 2011 als Mitglied des Vorstandes der Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde (EHK). Seit 2016 bin ich außerdem Vorstandsmitglied der Hufelandgesellschaft, sie ist der Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde, komplementäre und integrative Medizin. Dieser Verband vertritt die Komplementärmedizin gegenüber der Bundes- und Standespolitik und hat zum Ziel, die Breite der komplementärmedizinischen Verfahren auf hohem Qualitätsniveau zu erhalten und auszubauen.  

Vom 1. Oktober 2013 bis zum 30.September 2020 führte ich mit meinem Kollegen Detlef Waxmann unsere neugestaltete Gemeinschaftspraxis im Burghauszentrum in 55481 Kirchberg, Hauptstraße 75a. Seinen Platz hat zum 1.Oktober 2020 Sebastian Balzer eingenommen. Detlef Waxmann wird uns jedoch auch aus dem wohlverdienten Ruhestand heraus bei Bedarf weiter unterstützen. Wir sind beide glücklich, dass es uns gelungen ist, mit Sebastian Balzer einen vollwertigen Nachfolger für Detlef Waxmann zu gewinnen und damit auch weiter die Versorgung unserer Patienten sicherzustellen.